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Ich habe Husten!

Husten kann entstehen, wenn die Atemwege durch Viren, Bakterien, Staub oder andere Reizstoffe gereizt werden.
1. Warum habe ich Husten?
2. Wie werde ich ihn los?
3. Wissenswertes
1. Warum habe ich Husten?
Reizung der Atemwege
Husten beginnt häufig mit einer Reizung der Schleimhäute in den Atemwegen. Diese Reizung kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:
Infektionen
Viren (z. B. Erkältungs- oder Grippeviren) und Bakterien (z. B. bei Bronchitis oder Lungenentzündung) können die Schleimhäute der Atemwege entzünden und so Husten verursachen.
Reizstoffe
Rauch, Staub, Pollen, Chemikalien oder trockene Luft können die Schleimhäute reizen und zu Husten führen.
Fremdkörper
Wenn kleine Partikel oder Speisereste in die Luftröhre gelangen, löst der Körper einen Hustenreflex aus, um sie zu entfernen.
Aktivierung des Hustenreflexes
Wenn die Schleimhaut der Atemwege gereizt wird, sendet sie Signale an das Hustenzentrum im Gehirn. Dieses befindet sich im verlängerten Mark (Medulla oblongata) und steuert die Hustenreaktion. Das Hustenzentrum aktiviert die Atemmuskulatur, um Luft ruckartig auszustoßen.
Hustenmechanismus
Der Hustenreflex verläuft in mehreren Schritten:
- Tiefe Einatmung
- Die Lunge füllt sich mit Luft.
- Schließen der Stimmritze (Glottis): Die Luft wird in der Lunge eingeschlossen.
- Anspannen der Atemmuskulatur: Die Bauch- und Brustmuskulatur spannt sich an, wodurch ein hoher Druck in der Lunge entsteht.
- Plötzliche Öffnung der Stimmritze: Die Luft entweicht explosionsartig mit hoher Geschwindigkeit, um Reizstoffe oder Schleim aus den Atemwegen zu entfernen.
Verschiedene Arten von Husten
Je nach Ursache und Verlauf unterscheidet man verschiedene Hustenarten:
Trockener Reizhusten
Ohne Schleimbildung, oft bei viralen Infekten oder Reizungen durch Rauch und trockene Luft.
Produktiver Husten
Mit Schleimbildung, oft bei bakteriellen Infektionen oder Bronchitis.
Chronischer Husten
Länger als acht Wochen anhaltend, z. B. bei Asthma, COPD oder Raucherhusten.
2. Wie werde ich ihn los?
Allgemeine Maßnahmen gegen Husten
Viel trinken
Warme Getränke wie Tee oder Brühe helfen, den Schleim zu lösen. Wasser hält die Schleimhäute feucht und beruhigt den Hals. Ingwer- oder Honigwasser kann entzündungshemmend wirken.
Luftfeuchtigkeit erhöhen
Trockene Luft reizt die Atemwege. Luftbefeuchter oder eine Schüssel Wasser auf der Heizung helfen. Alternativ: Ein heißes Bad nehmen oder inhalieren.
Reizstoffe vermeiden
Kein Zigarettenrauch, Staub oder Parfüm einatmen. Räume gut lüften, um frische Luft zu bekommen. Bei Allergien Kontakt mit Allergenen vermeiden.
Ausreichend Schlaf
Der Körper regeneriert sich am besten im Schlaf. Versuchen Sie, mit leicht erhöhtem Oberkörper zu schlafen (z.B. mit einem extra Kissen), um Reizhusten zu reduzieren.
Hausmittel gegen Husten
Warme Tees
- Thymiantee: Löst Schleim und wirkt antibakteriell
- Ingwertee mit Honig: Entzündungshemmend und beruhigend
- Salbeitee: Hilft gegen Halsschmerzen und Hustenreiz
- Fenchel-Anis-Kümmel-Tee: Löst Schleim
Honig als natürliches Hustenmittel
Ein Löffel Honig vor dem Schlafengehen beruhigt den Hals. In Tee oder warme Milch mit Honig mischen. (Nicht für Kinder unter 1 Jahr geeignet!)
Dampfinhalation
Mit heißem Wasser und Kamille oder Salz inhalieren. Beruhigt die Atemwege, löst Schleim. Alternativ: Ein heißes Bad nehmen.
Zwiebelsirup gegen Husten
Eine Zwiebel klein schneiden, mit Honig oder Zucker vermischen und ziehen lassen. Den entstandenen Saft löffelweise einnehmen.
3. Wissenswertes
Genetische Unterschiede im Hustenreflex
Forschungen haben gezeigt, dass es individuelle, genetisch bedingte Unterschiede in der Empfindlichkeit des Hustenreflexes gibt. Das heißt, manche Menschen reagieren auf geringere Reizstoffe mit starkem Husten, während andere erst bei intensiveren Reizen husten.
Capsaicin als diagnostisches Werkzeug
In der Forschung wird häufig Capsaicin (der Wirkstoff in Chilischoten) eingesetzt, um die Hustenempfindlichkeit zu messen. Durch kontrollierte Inhalation von Capsaicin-Lösungen können Wissenschaftler feststellen, wie empfindlich die Atemwege auf Reize reagieren – ein Verfahren, das besonders bei der Untersuchung chronischer Hustenformen hilfreich ist.
Psychogener Husten
Neben organischen Ursachen gibt es auch Fälle von psychogen bedingtem Husten. Besonders bei Kindern und Jugendlichen kann emotionaler Stress oder psychische Belastung zu anhaltenden Hustenanfällen führen, obwohl keine physische Ursache vorliegt.
Medikamenteninduzierter Husten
Einige Medikamente, vor allem ACE-Hemmer zur Blutdrucksenkung, können als Nebenwirkung einen trockenen, störenden Husten auslösen. Dieser Effekt ist oft weniger bekannt und kann die Lebensqualität der Patienten beeinträchtigen, weshalb bei Beschwerden manchmal eine Umstellung der Medikation nötig ist.
Husten und das Lymphsystem
Chronischer Husten kann mehr als nur die Atemwege belasten. Wiederholtes und intensives Husten führt zu muskulären Verspannungen im Brustbereich, die indirekt auch das Lymphsystem beeinträchtigen können. Eine verminderte Drainage kann so zur Ansammlung von Entzündungsmediatoren beitragen.
Hinweis auf systemische Erkrankungen
Während Husten meist als Symptom von Atemwegsinfektionen gesehen wird, kann er auch ein frühes Anzeichen systemischer Erkrankungen sein. Beispielsweise kann ein chronischer Husten bei gastroösophagealem Reflux oder sogar bei entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis auftreten, da diese Prozesse auch die Schleimhäute und Nerven in den Atemwegen beeinflussen.
Schutzmechanismus des Immunsystems
Der Hustenreflex wird zunehmend auch als ein integraler Bestandteil des Immunsystems verstanden. Durch den Husten werden Krankheitserreger, Partikel und überschüssiger Schleim entfernt, bevor diese tiefer in die Lunge eindringen können – ein natürlicher Verteidigungsmechanismus, der oft unterschätzt wird.
Kulturelle und kommunikative Aspekte
In einigen Kulturen wird Husten nicht nur als körperliches Symptom, sondern auch als soziales Signal interpretiert. So kann ein absichtlicher Husten in bestimmten Kontexten als nonverbaler Kommunikationsversuch oder sogar als Zeichen von Nervosität und Unsicherheit gedeutet werden.